Hallo Michael,
Kerze defekt, schlecht oder evtl. auch nur veroelt, kann schon sein, oder ist vielleicht sogar wahrscheinlich. Aber mit der Begruendung "Energieverlust verringern..." kann ich leider echt nichts anfangen.
Schon vor vielen Jahrzehnten gab es kleine Teile zu kaufen, die nannten sich "Vorfunkenstrecken". Die musste man irgendwo in die Zuendkabel einfuegen. Man hat den Leuten dann 20% mehr Leistung und gleichzeitig 20% Benzineinsparung versprochen. Natuerlich alles Quatsch. Nur gelegentlich haben sie etwas Verbesserung gebracht, aber nur dann, wenn an der Zuendanlage vorher alles total mau war. Neue Kerzen, Kabel, Unterbrecher und/oder Kondensatoren haben genau dasselbe gebracht, je nachdem, was vorher kaputt war. Sie waren also "Hosentraeger", mit denen man Fehler vertuschen konnte.
Die Teile waren kleine Glasroehrchen mit zwei sich in einem gewissen Abstand gegenueberstehenden Elektroden. Und was haben die gemacht?
Wenn die Unterbrecherkontakte aufmachen (mechanisch oder elektronisch), dann steigt die Spannung in den Zuendkabeln an bis sie so hoch ist, dass an den Zuendkerzen ein Funke ueberspringt. Man braucht in freier Luft ungefaehr 1000Volt, wenn man einen Funken ueber einen Abstand von 1mm springen lassen will, im Zylinder unter hoher Kompression (Vollgas/Vollast)ein Vielfaches davon. Je hoeher der Druck, desto hoeher muss die Spannung sein. Das ist der Grund, warum man bei einsetzenden Fehlzuendungen manchmal den Motor mit ganz wenig Gas noch "hochziehen" kann, mit Vollgas nicht mehr.
Wenn also die Zuendung schlecht ist (aus welchem Grunde immer), dann reicht die Spannung nicht mehr, um einen Funken zu erzeugen, oder ein Teil der Energie wird, z.B. ueber einen defekten oder verrussten Isolator abgeleitet. So. Sagen wir als Beispiel, bei einer gesunden Zuendanlage und einem Elektrodenabstand an der Kerze von 0,6mm muss die Spannung auf 8000Volt ansteigen, bevor der Funken ueberspringt. Die Zuendspule liefert zwar 15000V, aber die Spannung wird auf 8000v begrenzt, weil sie dann ueber den Funken abgeleitet wird. Wenn jezt eine "Vorfunkenstrecke" von 0,4mm dazwischengeschaltet wird, dann muss der Funken insgesamt 1mm ueberspringen und braucht dazu 12000V. Er kommt also spaeter, bei hoeherer Spannung, die dann auch bei einer schlechten Zuendkerze noch einen Funken macht, mit dem Nachteil einer kuerzeren Brenndauer (N.B., der Energieumsatz bleibt deswegen derselbe)
Wenn man also einen Kerzenstecker abzieht und ihn noch in der Naehe der Kerze hinhaelt, dann erzielt man exakt dasselbe wie so eine Vorfunkenstrecke, man kann damit einen Mangel (z.B. schlechte Zuendkerze) zeitweise ueberdecken.
Gruss,
Arno SA