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Motor dreht, startet aber nicht

#1 von Franky ( gelöscht ) , 14.06.2016 22:17

Vor etlichen Jahren ist mein Goggo während normaler Fahrt ausgegangen uns ließ sich nicht mehr starten.
Aus Zeitmangel habe ich ihn erstmal zur Seite stellen müssen.
Heute bin ich auf der Suche nach der der Ursache und habe bisher folgende Arbeiten durchgeführt:
- neue Kerzen
- neue Batterie (voll durchgeladen)
- neue Kohlen

Resultat: Motor dreht, ich habe aber keinen Zündfunken.

Wer kann mir Tipps geben in welcher Reihenfolge ich welche Sachen abprüfen sollte?
Wie kann ich messen/testen ob die Zündspulen gut sind?

Bin für alle Hinweise dankbar, denn der kleine soll endlich wieder auf die Straße.

Gruß
Frank

Franky

RE: Motor dreht, startet aber nicht

#2 von Martin Kramer ( gelöscht ) , 14.06.2016 23:09

Hallo, 1.Verdacht ist Benzinmangel. Benzinhahn/Vergaser reinigen, probier auch mal Startpilot in den Luftfilter während ein anderer den Anlasser betätigt.

Grüße Martin

Martin Kramer

RE: Motor dreht, startet aber nicht

#3 von Michael1342 , 15.06.2016 08:30

Hallo Frank,
definiere mal "ein paar Jahre'".
Vom Stehenlassen wird's sicher nicht besser, es gilt die Ursache für das damalige Stehenbleiben zu finden und die ganz normalen Standschäden zu beheben.
Wenn du Glück hast, dann hat sich das Öl nicht entmischt und der Sprit ist nicht verfault. Normalerweise ist alter Benzin die Ursache für großes Ärgernis. Ein bißchen hilft uns beim Goggo der Ölzusatz, der verzögert den Verfall.

Die Zündung ist einfach zu prüfen. Kerzen raus, Kerzenstecker dran, die Kerzen auf Masse legen und starten. Wenn beide einen schönen Funken haben, den Zündzeitpunkt prüfen. Damit wäre das Thema erledigt.
Den Vergaser würde ich auf jeden Fall komplett reinigen und dabei den Benzinschlauch auf Risse prüfen.
Den Benzinfluß kontrollieren indem du den ganzen alten Sprit gleich in einen Kanister ablässt. Zuerst in Normalstellung, dann in Reservestellung. Rinnt es zügig, dann ist wenigstens nichts verdreckt. Wenn nicht, kommt die große Tankreinigung. In dem Fall kannst du das alte Gemisch auch gleich entsorgen.
Mit frischem Gemisch startet er dann am Besten, das alte Benzin kann man später dazugeben und so verwerten.

Ich hatte gerade so ein Standproblem in Arbeit, einen Dreizylinderzweitakter nach drei Jahren Standzeit: Benzin verfault (braune stinkende Brühe), Tankbeschichtung vollständig abgelöst (danke E10), dadurch Rostschäden im Tank, eine enorme Menge Dreck im Tank, Tankfilter und Benzinhahnfilter zugesetzt, Benzin tropft nur langsam. Durch verdunsteten Sprit waren alle Vergaserschieber fest, die Düsen dicht, Choke festgeklebt, Vergaserfilter dicht.
Vergaser mit Mühe im Ultraschallbad zerlegbar gemacht, alle Bohrungen gereinigt, Düsen und Vergaserteile mit Ultraschall gereinigt, Tank innen gereinigt, entfettet, entrostet, neu beschichtet, Gummidichtungen erneuert, Benzinhahn komplett gereinigt, alles zusammengebaut und frisch befüllt. Startet sofort und läuft wieder einwandfrei.

Es erwartet dich wahrscheinlich etwas Arbeit, wünsche gutes Gelingen, nicht den Mut verlieren und einen Punkt nach dem anderen abklären.
Dann wird auch dein Goggo wieder laufen.
Gruß, Michael

Michael1342  
Michael1342
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RE: Motor dreht, startet aber nicht

#4 von goggobiber , 15.06.2016 09:26

Hallo Franky,

wenn Du keinen Zündfunken hast, hilft die aufwändigste Vergaser- und Tankreinigung nicht. Sollte auf beiden Zylindern kein Zündfunke vorhanden sein (und davon geh´ ich mal aus, weil Du plötzlich liegengeblieben bist), dann werden wohl die Zündspulen nicht mehr versorgt. Einfachste Ursache: am Zündschalter hinter dem Lenkradschloss könnte ein Kabel abgerutscht sein. Wenn nicht, musst Du so lange nach einem abgerutschten oder durchgescheuerten Kabel suchen, bis Du an Deinen Zündspulen mit der Prüflampe wieder Spannung feststellen kannst.


Gott schütze mich vor Eis und Wind und Autos, die von heute sind.

 
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RE: Motor dreht, startet aber nicht

#5 von Franky ( gelöscht ) , 15.06.2016 21:49

Vielen Dank für eure zügige Hilfestellung.

Eure Tipps haben mich tatsächlich auf die richtige Spur gebracht.
Der Goggo hat seine ersten Lebenszeichen nach der langen Zeit (etwa 12 J.) von sich gegeben.
Ich schreibe hier mal die Einzelheiten nieder, vielleicht steht ja noch jemand vor einem ähnlichen Problem-:

Die Zündkerzen waren feucht, daher Benzin vorhanden.
Ich habe mich also vorerst auf elektrische Details konzentriert.

1.Zündkabel hatte ich auch bereits erneuert, konnten ausgeschlossen werden.
2.Als nächstes beherzte ich den Tipp, dass beide Zylinder ausgefallen sein mussten, wenn er während der Fahrt ausgegangen ist.
Also habe ich mich mit der Verkabelung am Zündschloss beschäftigt.
Spannung (etwa 12V) liegt an dem eingehenden, dicken roten Kabel an.
3.Also weitermessen. Nach der ersten(oder war es die zweite) Schlüsselposition lagen diese 12V auch an dem Kontakt mit den
zwei blauen Kabeln an. Ich vermutete dass diese jeweils zu den Zündspulen führen (immerhin kamen dort auch blaue an).
4.Wenn ich nun den Schlüssel weitergedreht hatte (Anlasser dreht), lag an dem Kontakt mit den blauen Kabeln irgendetwas mit 11V an.
Schien mir logisch, da der Anlasser nun Leistung zieht.
5.Da ich alleine war, habe ich alle Kontakte am Zündschloss nacheinander abgenommen und gereinigt. Der Stecker mit den
blauen Kabeln ging sehr leicht ab, die Vermutung dass der Kontakt in Verbindung mit der Korrosion nicht besonders gut war
liegt hier nahe.
Problem gefunden?
6. Der erste erneute Startversuch verlief negativ. Da war doch noch der Tipp mit dem alten Sprit der nicht mehr zündet.
Also beherzt etwas Bremsenreiniger in den Ansaugtrakt (Goggo verzeihe mir, ich hatte keine Lust mehr das alte Benzin abzulassen
und neues zu besorgen).
7. Neuer Startversuch... und er springt tatsächlich an. Zuerst für nur etwa 10 sec., aber dannach ließ er sich sogar wieder starten
und lief bis ich Ihn selber wieder abgestellt habe. HURRA!
Dieses Motorgeräusch habe ich doch so lange vermisst.

Als nächstes werde ich die Unterbrecherkontakte einstellen. Muss mir erst einmal zwei SW6 Maulschlüssel besorgen, dann
kann es losgehen.
Kann mir einer sagen wie man die zentrale Anschraubplatte für das Lüfterrad abnehmen kann? Die dicke Schraube SW17 ist
noch angezogen, Lüfterrad ist bereits runter.

Ich werde weiter berichten, schließlich soll der Kleine wieder auf die Straße.

Gruß
Frank

Franky

RE: Motor dreht, startet aber nicht

#6 von Michael1342 , 16.06.2016 10:59

Hallo Frank,
Gratuliere, da hast du Glück gehabt, vor 12 Jahren war noch kein Alkohol im Benzin, daher halt es länger, auch wegen dem Ölzusatz.
Im Vergaser war wahrscheinlich nur mehr Öl, den der Benzin ist nach dem langen Stillstand verdunstet.
Deswegen ist er mit dem Startspray dann auch gelaufen. Gib halt noch frisches Gemisch dazu, dann kannst du das alte unbesorgt verbrauchen.
Der Träger für das Lüfterrad ist auch der Unterbrechernocken. Der sollte zum Zündungeinstellen drauf bleiben.
Wenn du die Schraube SW17 lost, kannst du den Nocken abziehen. Diese Schraube hält auch den Rotor vom Dynastarter.
Gruß, Michael

Michael1342  
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RE: Motor dreht, startet aber nicht

#7 von Andreas , 30.06.2016 19:34

Hallo Frank,
zum Einstellen der Unterbrecher, da hat Michael recht, brauchst du da nicht ran.

Aber es ist notwendig, wenn an der Lima was ist (Rotor, Kohlebürsten,...). Daher habe ich die Bohrungen des Lüfterrades (Mittlere und die drei Befestigungsbohrungen) auf ein Flachmaterial übertragen. Wenn du das dann an der Unterbrechernocke befestigst kannst du damit gegenhalten und die Schraube lösen.

Wenn du mal die Möglichkeit hast, würde ich die Nieten vom Lüftergehäuse durch Edelstahlschrauben ersetzen. Schrauben auf, Gehäusehälfte ab - man kommt dann besser hin!

Das Einstellen an sich ist zwar aufwändig, aber kein Hexenwerk. Genauer wird es, wenn du die Lehre für das Kerzengewinde etwas abänderst. Ich habe an der Lehre eine Mikrometermessuhr befestigt. Grundkörper aufbohren, radiale Gewinde für Madenschraube und Stößel entsprechend kürzen. Jezt kann die Messuhr in den Grundkörper gesteckt werden mit einer Schraube gesichert und der OT lässt sich genau bestimmen. Blöd war nur, dass der gekürzte Stößel aus Versehen in den Zylindder gefallen ist - werde ich in Zukunft vermeiden.

Viel Spaß und Gruß
Andreas

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