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Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#1 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 03.05.2021 18:37

Hallo zusammen,
Ich hab mein kleines Coupe jetzt fertig. Bei Beginn der Arbeiten, es handelte sich um ein vernachlässigtes Museumsexponat aus einem Stadtmuseum, ließ sich der Rückwärtsgang auch nicht einlegen. Ich habe es den verschlissenen Motorlagern zugeordnet. Der Motor hing schief im Motorraum. Jetzt habe ich die Motorlagern erneuert und der Rückwärtsgang lässt sich immer noch nicht einlegen, der Schalthebel macht jetzt in der Gasse den halbmöglichen Weg und fühlt sich an, als ob ich nur die Schaltstange auf der Länge verdrehe, und der Hebel federt zurück. Alle anderen Vorwärtsgänge lassen sich schalten. Ich hab da keine Idee mehr, meines Erachtens sind die Gelenkstücke soweit okay, ein bischen Spiel... kann das Zahnrad auf der Welle fest sein? Weiß einer Rat?

Danke im Voraus und beste Grüße
Oliver

Olivers Coupe

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#2 von Eber , 03.05.2021 20:42

Hallo Oliver, Du fühlst richtig!
Das Rückwärtsgangzahnrad und das Gegenzahnrad sind geradeverzahnt und lassen sich bei stehendem Motor nicht immer einlegen, da kann Zahn gegen Zahn stehen.
Daher sollte der Motor laufen, möglichst in niedrigem Standgas.
Gruß Eber


...bin ich ölig - bin ich fröhlich

 
Eber
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RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#3 von Michael1342 , 03.05.2021 21:00

Hallo Oliver,
Es gibt noch eine Möglichkeit. Wenn man beim Zusammenbauen des Motors nicht aufpasst, kann es leicht passieren, daß die Schaltklaue für den Retourgang nicht richtig ins Zahnradpaar greift. Dann ist es unmöglich den Retourgang zu schalten.
Gruß, Michael

Michael1342  
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RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#4 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 04.05.2021 07:09

Guten Morgen Eber,
Danke für die Rückmeldung. Müsste das nicht schon klappen, wenn man ein bischen vor und zurückrollt? Da der Kleine als Austellungsstück im Museum war, war er auch all seiner Flüssigkeiten beraubt. Kupplung ist erneuert weil trocken und selbst einweichen und 2x Getriebe mit Öl spülen konnten da nichts ändern. Da beim Kauf der Zündschlüssel fehlte, habe ich zuerst den Motor getestet. Nachdem der auf Schlag ansprang, habe ich bis auf Kupplungsscheibe und kleine Wartung nichts weiter am Aggregat gemacht.

Olivers Coupe

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#5 von KlausS , 04.05.2021 10:46

Moin Oliver, Einweichen wird schon deswegen nicht sehr erfolgreich sein, weil die Kupplung in eingerückter Position beidseitig auf den Druckplatten aufliegt. Sie müsste im einfachsten Fall "getreten" werden, damit sie im Öl hängt. Vorausgesetzt, sie löst sich problemlos von den Druckplatten. Beim Einrücken des Rückwärtsgang (-rades) hilft sicher auch eine Portion Geduld. Ohne Betriebsflüssigkeit kann z.B. die ein- oder andere Welle Flugrost ansetzen, weswegen die Schaltvorgänge nicht so flutschen wie ein frisch restaurierter Motor. Zum Vorwärtsfahren braucht´s den Rückwärtsgang ja eher nicht, daher würde ich den Motor mal (mit ÖL!) auf Betriebstemperatur fahren. Wenn das Öl dann wieder an entsprechende Stellen gelangt ist, klappt´s vermutlich auch mit dem Retournieren :-) Viele Grüße aus dem viel zu kühlen Rheingau und Erfolg beim Schrauben wünscht Klaus

 
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RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#6 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 05.05.2021 17:56

Hallo Klaus,
Danke für die Rückmeldung, die neue Kupplung ist ja nun drin, auch vorher vorschriftsmäßig eingeweicht. Da zum Wochenende eine Wetterbesserung eintreten soll, werde ich dann eine ausgiebige Probefahrt unternehmen. Vielleicht stellt sich dann ja eine Besserung ein, mal schauen. Ich werde berichten.

Beste Grüße aus dem windigen Norden
Oliver Treichel

Olivers Coupe

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#7 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 13.05.2021 14:57

Hallo zusammen,

Nach mehrere Fahrten diese Woche hat sich in Sachen Rückwärtsgang keine Besserung eingestellt. In Gedanken zerlege ich den Motor, wobei ich mich frage, wie weit der zerlegt werden muss... Don't touch a running system... der Motor an sich läuft wie eine 1. Besteht die Möglichkeit, nur die untere Gehäusehälfte zu demontieren, mit erforderlichen Nebenarbeiten? Oder ist der Schritt zum total zerlegen nur noch 2-3 Schrauben weit entfernt?

Beste Grüße
Oliver mit seinem Coupe...

Olivers Coupe

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#8 von Mafu , 13.05.2021 16:33

Hallo Oliver !
Baue mal die Gebläsehaube ab und hänge das Schaltgestänge am Gelenk ab. Nun schalte den R-Gang mittels 4 mm Splinttreiber direkt am Getriebe. ( Schaltstange ganz einschieben und nach li drehen ) Wenn nun R-gang eingelegt werden kann ,ist die Einstellung am Schalthebel nicht korrekt. ( Was ich vermute ) Wenn nicht schaltbar,ist der Fehler im Getriebe. Dann Motor raus und kpl. zerlegen.
??? Um das Gehäuse im eingebauten Zustand zu öffnen ,müsste das Fahrzeug mindestens auf`s Dach gelegt werden.???
Mafu


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zuletzt bearbeitet 13.05.2021 | Top

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#9 von Michael1342 , 13.05.2021 19:13

Hallo Oliver,
um ins Getriebe zu kommen muß der Motor ausgebaut werden. Wenn man ihn umdreht, kann man nach Demontage des Dynastarters und der Seitendeckel die untere Hälfte des Motor/Getriebegehäuses abbauen. Die Zylinder bleiben dabei montiert. Sollten die Dichtringe am Differential oder an der Kurbelwelle sabbern, wäre das dann eine leichte Übung. Meistens ist auch noch der Dichtring am Kupplungsstift undicht oder so wie bei meinem zusätzlich die Bohrung für den Stift ausgeleiert. Meistens wird es eine größere Revision, wenn der Motor schon mal offen ist. Muß jeder selbst entscheiden.
Wie weit kannst du den Schalthebel in Richtung Retourgang bewegen? Und wie sind die anderen Stellungen? Vielleicht sieht man mit ein paar Fotos mehr.
Gruß, Michael

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RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#10 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 13.05.2021 21:34

Hallo Michael...
Auch wenn jetzt die Hände übern Kopf zusammengeschlagen werden könnten... Ich habe die Klemmschraube am Schaltknüppel gelöst und mittels Zange versucht den R-Gang ein zu legen, weil ich auch die Schalukulisse als nächstes in Verdacht hatte. Aber er lässt sich nicht einlegen. Das Schalthebelchen rastet in die Schaltklaue ein, und dann ist Schluss.
Alle anderen Gänge lassen sich problemlos einlegen.
Beste Grüße
Oliver


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zuletzt bearbeitet 13.05.2021 21:36 | Top

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang...

#11 von Michael1342 , 14.05.2021 09:10

Hallo Oliver,
Wenn du tatsächlich die Schaltwelle so weit nach hinten schieben kannst, daß die Position zum Einrasten in die Schaltklaue erreicht wird, wird nur mehr die Bewegung des Zahnradpaars behindert.
Entweder ist es tatsächlich festgerostet oder so verharzt, daß eine Verschiebung nicht möglich ist, oder das Problem gibt es schon länger.
Wenn jemand bei einer Motorrevision nicht aufgepasst hat, kann es passiert sein, daß die Schaltklaue nicht richtig eingreift. Dann sitzt sie neben dem Zahnrad und kann es nicht bewegen. Es ist leider möglich, den unteren Gehäuseteil so zu montieren, daß die Schaltklaue nicht in der richtigen Position ist.
Prüft man das nicht und baut den Motor ein, gibt es erst beim ersten Versuch rückwärts zu fahren die große Überraschung. Dann allerdings müsste der Motor wieder raus....
Gruß, Michael

Michael1342  
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#12 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 23.05.2021 10:25

Frohe Pfingsten zusammen,

Tja, was hat sich in Sachen Rückwärtsgang so getan...
Also... Motor ausgebaut, soweit zerlegt, dass man das Gehäuse öffnen kann und gestaunt. Ich hatte ja mit ein bischen Flugrost gerechnet, aber ich hab mich da echt gewundert, was da an Ablagerungen und Rost zu Tage kam. Ich hab das alles auch fotografiert, muss mich aber noch mit dem Bilder einfügen hier auseinandersetzen. Wellen und Zahnräder wurden demontiert. Das Rückwärtsgangrad war wirklich auf der Welle festgerostet. Es war einiges an Rostlöser nötig, um das wieder gangbar zu bekommen, aber es hat geklappt. Wellen, Zahnräder, Schaltgabeln und div. Ausgleichscheiben wurden dann in einer Reinigungslösung über Nacht entrostet und gereinigt. Zwischenzeitlich habe ich neue Lager und Dichtungen bestellt, das Gehäuse gereinigt. Bin jetzt am komplettieren... Es wird... Als Ursache für den Eintritt von Feuchtigkeit vermute ich die bisher fehlende Manschette von der Schaltstange...

IMG-20210517-WA0007.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Ansicht Getriebe innen
IMG-20210517-WA0008.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Zahnräder Detail
IMG-20210517-WA0010.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Rückwärtsgang festgerostet, Ablagerungen im Gehäuse 20210522_175817.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Diffkorb in der Reinigungslösung
20210522_134859.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Gehäuse gereinigt und teilweise Wellen montiert
20210522_175835.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


Olivers Coupe
zuletzt bearbeitet 23.05.2021 14:46 | Top

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang... Feedback

#13 von Goggo_Christoph , 26.05.2021 09:05

Hallo,
eindrucksvolle Bilder, vielen Dank dafür.
Welche Reinigungslösung hattet Ihr den benutzt, reichte es diese Lösung zu nehmen?
Oder hattet Ihr noch mechanisch Nachreinigen müssen, habt Ihr auch die Getriebelager getauscht?

Ich Frage weil ich mir dieses Jahr eine ähnliche Aufgabe mit meinem "Tauschmotor" vorgenommen habe...

Grüße, Christoph

 
Goggo_Christoph
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RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang... Feedback

#14 von Michael1342 , 26.05.2021 10:33

Danke für die Rückmeldung. Damit bestätigt sich wieder einmal, daß es besser ist, einen unbekannten Motor zu zerlegen und alles genau zu überprüfen. Das kostet im besten Fall einen Dichtungssatz und einige Stunden Arbeit. In deinem Fall hat es dich vor einem kapitalen Motorschaden bewahrt. Mit dem ganzen Rost hätte es rasenden Verschleiß von Zahnrädern und Lagern gegeben.
Konnte der Rost von den Zahnflanken entfernt werden? Wie sehen die Flächen jetzt aus?
Was wurde zum Entrosten verwendet?

Michael1342  
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RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang... Feedback

#15 von Olivers Coupe ( gelöscht ) , 26.05.2021 18:45

Hallo werte Interessierte,
Ich weiß jetzt nicht, ob ich dafür werben darf. Wenn nicht dann bitte löschen... Das Mittel ist Rostentferner von Rostio. Die Teile habe ich nach Demontage mit Bremsenreiniger und Handdrahtbürste mechanisch grob vorgereinigt. Nach dem Bad wird das ganze mit Wasser gespült, getrocknet und mit Sprühöl benetzt. Weil mein mitschraubende Freund in einigen Sachen etwas genau ist, hat er die Zahnräder nur kurz mit Läppleinen abgezogen, Lagersitze auch ( "...nur damit ich weiß, dass ich das gemacht habe..." Maschinenbauer vom alten Schlag). Bei meinen Treckergetrieben hab ich das nicht gemacht, laufen alle tiptop... gehärtete Flächen laufen im Bad dunkel an.

Olivers Coupe

RE: Mal wieder eine Frage in Sachen Rückwärtsgang... Feedback

#16 von Christoph (FD) , 26.05.2021 21:18

Eine Frage stellt sich für mich noch.
Wie ist der Zustand der Kurbelwelle (mittleres Lager) und der Pleullager.
Wenn der Rost dort auch so gewütet hat, bin ich mir nicht sicher, ob der Motor lange hält.
Kleine Rostschäden sind an den Lagern ziemlich problematisch.

Liebe Grüße
Christoph (FD)


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zuletzt bearbeitet 27.05.2021 | Top

   

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