Hallo zusammen,
ich finde, das ist ein interessantes Thema.
Es wäre vieleicht eine gute Sache, dass mal zusammenzutragen (fürs Wiki?)
Ich kann ja mal anfangen, was mir so einfällt.
Schäden, die eine Motorrevision erfordern machen, sind
1. Kurbelwellenschäden
a. Rost an den Lagern der Kurbelwelle oder an der Kurbelwellelauffläche selbst -ist schwer zu erkennen
b. gefressene Lager durch zu wenig Schmierung
c. Verdrehen der Kurbelwelle - z. B. beim Verschalten
d. Verwenden von zwei Motorgehäusehälften mit unterschiedlichen Kennnummern
e. Dichtungen, die beim Montieren der Gehäusehälften unbeabsichtig zwischen die Gehäusehälften geraten
f. vergessen, Öl beim Tanken einzufüllen
2. Lagerschäden im Getriebe
3. gebrochener Differentialkörper
4. Undichtigkeiten der Simmeringe und Schnurringe des Differentials, wenn sie zu alt und daher ausgehärtet sind
5. verschlissenes Rückwärtsgangrad
Eine verschlissenen Kupplung/gebrochene Kupplungstellerfeder ist nicht der Grund, für eine komplette Motorrevision.
Sie können ohne Ausbau des Motors getauscht werden.
Wenn immer genug Getriebeöl im Motor ist, hält der Kupplungsbelag sehr lange. Ich schätze 80.000 km.
Kolbenklemmer sind ein Thema, jedoch ebenfalls kein Grund für eine komplette Motorrevision.
Gründe, die mir einfallen sind:
1. zu mageres Gemisch
Gründe dafür:
a. Sieb im Tank vom Benzinhahn ist verstopft. Kommt vor, wenn das Auto restauriert wurde, und sich dann im Tank Rostpartikel beim Fahren lösen und sich in dem neuen Sieb sammeln - hatte ich schon. Daher nach der Restauration so nach 1.000 km mal den Benzinhahn ausbauen und nachsehen, gegebenenfalls reinigen. Wenn Rost vorhanden, den Vorgang nach 1.000 Km wiederholen. Solange, bis alles sauber bleibt. Es gibt auch die Möglichkeit einer Tankversiegelung. Damit habe ich noch keine Erfahrung.
b. zu mager eingestellter Motor
c. falsche Düsen eingebaut oder Düsen vertauscht
d. bei Bergabfahrten zu wenig Schmierung und Kühlung durch das Benzin - Leerlauf einlegen und immer mal stoßweise Gas geben, um den Motor mit Schmierstoff zu versorgen
e. Falschluft durch wiederverwendete alte Dichtungen im Ansaugtrackt, Ansaugkrümmer, oder Zylinderfußdichtung.
f. Ansaugkrümmer nicht plan
g. Ansaugkrümmer erst montieren und danach die Zylinderkopfschraubenanziehen
2. wenn man mit einem gut warmgefahrenen Motor in einen Tunnel fährt, gerade in großen Höhen, kann es durch die kalte Luft dazu kommen, dass die Zylinder schnell abkühlen, und die Kolben noch zu warm sind und nicht schnell genug hinterherkommen mit der Abkühlung - dass kann auch zu Klemmern führen.
3. zu wenig Spiel zwischen Bronzebuchse und Kolbenbolzen
4. fehlende Gummies im Motorraum - sie sind alle notwendig, um die Kühlluft gut zu führen.
a. um die Zündkerzen Teile - Nr. 48 Uwes Katalog Seite 36
b. um die Zylinderköpfe Teile - Nr. 6+7 Uwes Katalog Seite 75
c. um die Stoßdämpfer Teile - Nr. 4+5 Uwes Katalog Seite 75
Was auch wichtig ist, ist, nicht nur Kurzstrecken (alles unter 5 km) zu fahren.
Das kann dazu führen, dass der Auspuff irgendwann dicht wird.
Und so oft es geht, den Motor mit Vollgas fahren.
Mein Tipp: traut euch, einen Motor zu zerlegen, ihn zu reinigen, die Lager zu erneuern, das Rückwärtsgangrad zu prüfen, neue Dichtungen einsetzen und das Sicherungsblech Teile - Nr.23 Uwes Katalog Seite 26 zündungsseitig zusätzlich einzubauen. Der Nachdruck der Reparaturanleitung ist dabei sehr hilfreich. Teile - Nr. 1 Uwes Katalog Seite 90
Das schlimmste was sein kann, ist, dass ihr nach der Reparatur eventuell feststellen, dass die Kurbelwelle nicht in Ordnung ist und fest geht.
Dann ist es gut, wenn mann noch einen anderen Motor hat und kann die Kurbelwelle nehmen. Man kann sie auch instandsetzen lassen.
Die Kosten für die neuen Papierdichtungen und die Zylinderkopfdichtungen sind dann sehr überschaubar.
Alle anderen neuen Teile sind ja dann nicht betroffen.
Gruß an euch alle
Christoph (FD)