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Umbauten mit 250ccm Goggomotor

#1 von Adrian , 28.02.2014 16:40

Hallo habe im Hondayoungtimerforum folgenden Eintrag gefunden:

Adria
n



250ccm HONDA Autos-ein Stück Automobilgeschichte

#1 von Hondaholic2 , 25.02.2014 23:20

Oldtimer Praxis, Heft 3/2014, Autor Daniel Bartetzko "Schwung ist alles"
schreibt zum Thema `Alter Führerschein Klasse 4´ über einen FIAT 500 mit
Goggo-Motor, 250ccm.

Auffallend ist, dass Daniel Bartetzko nicht über die in der Schlussphase
des alten Führerscheins verwendeten HONDA N 360/400/600, bzw. Z 600
berichtet hat. Sie waren -konstruktiv bedingt- äußerst geeignet für die
Umänderung in 250ccm-Maschinen (12,5 bis 18 PS).

Das zeigt sich auch in der relativ hohen Zahl an Käufen, bzw. Firmen,
die die Umbauten vornahmen. Neben Steinwinter in Stuttgart waren es
Firmen wie Calabrese in Adenau am Nürburgring, Bartels in Sögel,
Amelingmeier in Westerkappeln-Velpe, Assig in Herten, Mohns, später
Heilmann, in Goldbach/Unterfranken oder Pieper in Twiehausen bei
Espelkamp.
Dazu gab es einige sehr unseriöse Firmen (z.B. Autohof Herford), die
einen der beiden Zylinder lahmlegten, so dass mit dem einen ver-
bliebenen Zylinder eine sehr "unkomfortable" und "ungehobelte" Fahr-
weise das Ergebnis war. Zudem hielten diese Motoren nicht lange.

Übrigens, auch die Firma Bartels in Sögel (heute Fiat und Opel) stellte
für die alten Führerschein Klasse 4 - Besitzer FIAT mit Goggo-Motor her.
Alternativ gab es in Deutschland auch den NSU Prinz 4 mit Goggo-Motor.

Das Auto, das dem Artikel in der Oldtimer Praxis zugrunde liegt, gehört
Thomas Oberle (email: 250kubik-auto@gmx.de).
Er schwört auf seinen FIAT und will den Goggo-Motor nicht wieder
gegen den FIAT-Motor tauschen: "Er bleibt wie er ist - er stellt schliesslich
ein Stück Automobilgeschichte dar".

Zur Erklärung: der Führerschein Klasse 4 wurde bis 1953 ausgestellt und
hielt ab da ein Leben lang. Das Problem: mit ihm durften nur Fahr-
zeuge bis 250ccm Hubraum, ca. 12,5 bis max. 18 PS und max. Höchst-
geschwindigkeit von ca. 85 km/h gefahren werden.
Mit dem Produktionsende des Goggomobils der Fa. GLAS in Dingolfing/
Bayern gab es kein fabrikneues Auto mehr mit 250ccm.
Der Goggo-Motor wurde nach Übernahme von GLAS durch BMW dann bei
den LLOYD-Werken in Bremen weiterproduziert (siehe FIAT und NSU-
Umbauten).

Wer aber ein "richtiges" Auto wollte, nahm gleich den HONDA (mein
nicht ganz unparteiischer Einwurf).

 
Adrian
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RE: Umbauten mit 250ccm Goggomotor

#2 von goggobiber , 02.03.2014 18:04

Danke Adrian...

...für diese Aufstellung. Ein Honda-Umbauer ging sogar dafür in´s Gefängnis, weil er beim Honda N 600 nur für die Erstabnahme ´ne Laufbuchse in den halbierten Motor eingesetzt hatte. In der Serie nahm er dann einfach nur 1 Pleuel und 1 Kolben heraus, was ja immernoch zu viel Hubraum ergab. Aufgefallen ist das später mal einer Werkstatt, die einen Schaden am Motor reparieren sollte. Die Ermittlungen der Kripo reichten bis hier nach Berlin, aber wir hatte die Fahrzeuge ja nur völlig ahnungslos verkauft. Selbst umgebaut haben wir etliche Fiat 500, 126 und Prinz 4, und als Höhepunkt sogar einen Sport-Prinz. Dessen Besitzer war stolz....


Das Leben ist zu kurz, um neue Autos zu fahren.

 
goggobiber
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RE: Umbauten mit 250ccm Goggomotor

#3 von Adrian , 02.03.2014 21:33

Hallo Goggobiber!

Schöne Geschichte. Gibt es dazu noch mehr Infos? Das würde sicherlich die Kollegen vom hondayoungtimerforum interessieren.
Wenn ja, dann wäre ich an mehr Hintergrundwissen interessiert. Woher stammen deine Informationen.
Kannst mir gern auch eine PN schicken.

Vielen Dank, Adrian

 
Adrian
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RE: Umbauten mit 250ccm Goggomotor

#4 von Adrian , 02.03.2014 21:41

G


 
Adrian
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zuletzt bearbeitet 02.03.2014 | Top

RE: Umbauten mit 250ccm Goggomotor

#5 von kindkaro , 10.03.2014 01:33

hallo florian

ich hatte bis vor ein paar wochen auch einen n600 mit 250ccm im brief.so mancher umbauer hat sich noch weniger mühe gegeben und das eine pleul einfach abgesägt oder geflext und dann verschweisst und demendsprechend liefen dann auch die motoren.bei honda gabs damals böss ärger da die fhz ja noch in der garantie waren und keinen berg hochkammen.honda hatte ein grossen bestand an tauschmotoren,der allerdings nicht genutzt wurde da ja mehr ccm,dieser bestand wurde irgendwann verschrottet.bekannt ist mir der fahrer der die motoren zum schrottler brachte und warten musste bis sie durch waren und der damalige chef von honda D mit welchem ich abundzu mal ein paar bier drinke.er,ein alter hanseat,bedauert es heute noch und ist etwas angefixt weil die ganzen pfuscher hondas ruf ruinierten,welchen er aufgebaut hatte.honda japan hat ihn anfang der 70er von HH nach OF geschickt um hier honda deutschland aufzubauen.der mensch heisst wolfgang murmann und ist immernoch hondageprägt--gottseidank.

gruss erik

kindkaro  
kindkaro
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RE: Umbauten mit 250ccm Goggomotor

#6 von Adrian , 16.03.2014 17:49

Nachfolgende Geschichte könnte vielleicht für die "Goggomobilisten" interessant sein.
Der eine oder andere Emsländer weiß es eventuell ja schon.


@ erik: interessante Geschichte



Unternehmen

In der Ausgabe vom 2. April 1955 brachte die Ems-Zeitung folgenden Artikel.

Der Kraftfahrzeugmeister und Kaufmann Hans Bartels in Sögel konnte gestern das vierzigjährige Bestehen seines Geschäftes feiern. Der Jubilar hat in diesen vierzig Jahren trotz vieler Rückschläge mit Energie und Unternehmungsgeist sein Unternehmen aus kleinsten Anfängen heraus zu der heutigen Bedeutung gemacht. Hans Bartels erlernte von 1920 bis 1924 im elterlichen Betrieb in Haselünne das Maschinenschlosserhandwerk. Nach seiner Gesellenprüfung arbeitete er ein Jahr lang als Geselle in der Kraftwerkstatt des Mechanikermeisters Heinrich Sextro in Sögel. Am 1. April 1925 richtete er im Hause der Witwe Helene Steinbild in Sögel eine eigene Reparaturwerkstatt für Kraftfahrzeuge und Fahrräder ein. Ein Jahr darauf konnte er sein heutiges Geschäftshaus am Marktplatz erwerben, dessen angebautes Stallgebäude er als Werkstatt ausbaute. Gleichzeitig holte er auch seine Eltern und Geschwister mit nach Sögel, die nach Aufgabe ihres Betriebes in Haselünne in seinem Unternehmen mitarbeiteten.

1927 richtete er dann im Hauptgebäude seines Grundstückes ein Ladengeschäft für Eisenwaren, Haus-und Küchengeräte ein, das er in den folgenden Jahren planmäßig weiter ausbaute. Im Jahre 1929 legte im Anschluss an einen Lehrgang ab der Fachschule für Kraftfahrzeuge in Bielefeld mit Erfolg seine Meisterprüfung im Kraftfahrzeughandwerk ab. Nachdem er im Jahre 1931 seine Fahrlehrerprüfung bestanden hatte, machte er 1932 seine eigene Fahrschule auf. Als er im Jahre 1937 sein Geschäftshaus vergrößert hatte, verstarb seine erste Frau nach der Geburt ihres fünften Kindes. Inzwischen hatte der Jubilar seinen Kraftfahrzeughandel durch seine Vertretung für Hannomag, Adler und DKW erfolgreich entwickeln können. Im Jahre 1939, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges, erlitt er bei einem tragischen Unfall schwere Knochenbrüche an beiden Beinen.

Bei den furchtbaren Endkämpfen des Krieges in Sögel am 7. und 8. April 1945 wurde sein Geschäftshaus und die Werkstatt total zerstört, wobei das gesamte Mobiliar vernichtet wurde. Obwohl sein so mühsam aufgebautes Lebenswerk mit einem Schlage zusammen gebrochen war, machte er sich mit ungebrochener Kraft an die Arbeit für den Wiederaufbau seiner Existenz. So baute er zunächst seine Werkstatt wieder auf, um den Lebensunterhalt für seine große Familie zu sichern. Dann ging es an den Wiederaufbau seines Geschäftshauses, das er im Frühjahr 1948 neu einrichten konnte. In diesen schweren Jahren des Wiederaufbaus fand er an seiner zweiten Gattin, die ihm zu den fünf Kinder aus erster Ehe noch weitere fünf Kinder schenkte, eine liebevolle Stütze und tatkräftige Mitarbeiterin. Mit der Wiederbelebung seines Ladengeschäftes konnte er nach und nach seinen Autohandel wieder flott machen. Im Jahr 1955 wurde Hans Bartels Direkthändler der Hans Glas Automobile (Goggo). 1962 vergrößerte er seine Verkaufshalle und stattete diese mit einer Schaufensterfront aus. 1964 baute er eine großräumige Werkstatthalle. Nach der Inbetriebnahme erweiterte er seinen Fahrzeughandel auch auf den Vertrieb der Fiatautmobile.

Im Jahre 1955 übernahm die Firma Bartels die Werksvertretung vom Goggomobil. Das war die Zeit, in der viele Führerscheinbesitzer der Klasse 4 nur ein Auto mit bis 250 ccm fahren durften, so dass viele Verkehrsteilnehmer endlich ein Dach über den Kopf bekamen. Das war auch die Zeit für BMW.Isetta, Zündapp-Janus und Goggomobil. Der Fahrschulbetrieb wurde größer und es wurde ein zusätzlicher Fahrlehrer eingestellt. Der jetzige Inhaber des Betriebes, Sohn Günter, begann im Jahre 1960 im Jahre 1960 im elterlichen Betrieb die Lehre zum Kfz-Schlosser. Nach Ablegung der Gesselnprüfung und ständiger Weiterbildung, unter anderem auch bei Gas-Automobile in Dingolfing, heute BMW, machte er 1967 die Meisterprüfung und übernahm im gleichen Jahr den Betrieb von seinem Vater. Nachdem die Fahrzeugproduktion von Goggomobil eingestellt und das Werk in Dingolfing von BMW übernommen wurde, gab es für die Goggo- und Isettafahrer keinen Ersatz mehr. Durch seine Tätigkeiten in den Goggo-Werken hatte Günter Bartels noch gute Beziehungen dorthin und so kaufte er einen Teil der Produktion im Werk Dingolfingen auf. In seiner Werkstatt wurden die vorgefertigten Karosserieteile zusammengebaut und in den Handel gebracht. Diese Fahrzeuge fanden reißenden Absatz. Doch bald waren die vorgefertigten Teile nicht mehr zu bekommen, die Nachfrage war aber immer noch groß. Für die Führerscheinbesitzer der alten Klasse 4 baute Günter Bartels schon bald Goggomotoren in einen Fiat 500 ein. Im Jahre 1971 wurde der erste Fiat 500 mit 250er Goggomotor vom Tüv abgenommen und bekam die erforderliche Bauartgenehmigung. 1969 wurde die Fiatvertretung übernommen und somit diente der Fiat 500 als Grundlage für die Umbauten. Die Nachfrage war so groß, dass diese Fahrzeuge in 2 Schichten umgebaut und über die Fiat Händler in ganz Deutschland verkauft wurden. Wöchentlich wurden ca. 10 Fahrzeuge umgebaut.

Im Jahre 1975 ersteigerte man den jetzigen Betrieb an der Sigiltrastraße und feierte das 50jährige Bestehen. 1978 wurden eine neue moderne Ausstellungshalle und die freie Tankstelle erstellt. 1980 übernahm man die Werksvertretung von Mitsubishi. 1987 entstand eine neue Waschanlage und der Ausstellungsplatz wurde erweiter. 1990 wurde Bartels Fiat Haupthändler. 1997 Neubau der Verwaltung, Modernisierung der Werkstatt, Neubau Karosseriewerkstatt mit eigener Lackiererei. 2004 wurde aufgrund der neuen Umweltauflage die alte Tankstelle ersetzt, ebenso wurde in Zusammenarbeit mit der EWE eine Erdgastankstelle errichtet. Außerdem hat sich der Betrieb auf den Einbau von Gasanlagen in Automobile spezialisiert. Das Autohaus Bartels beschäftigt heute 30 Mitarbeiter.

Günter Bartels ist auch ehrenamtlich in mehreren Ehrenämtern tätig, z.B. als Obermeister der Kfz-Innung Aschendorf-Hümmling, aber auch im Vorstand der Handwerkskammer Osnabrück ist seine Meinung gefragt.

Wir wünschen dem Autohaus Bartels, aber ganz besonders auch den Besitzen und Inhabern, für die Zukunft alles Gute, eine gute Gesundheit und weiterhin viel Erfolg.

 
Adrian
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